Es ist schon wieder drei Wochen her seit dem letzten Eintrag. Die Zeit rast nur so vor sich hin. Leider hat es aus verschiedenen Gründen bis letzten Dienstag nicht gepasst, bei Andrea zu reiten. Am Dienstag dann hatte ich die Kandare drauf, und Andrea hatte zufällig nur eine Reiterin um 19.00 Uhr, da habe ich mich spontan entschlossen mit zu reiten. Nachdem Quintinah ein paar Tage zuvor auf Kandare ganz schrecklich lief (Kopfschlagen, Einrollen, nicht an die Hand heran, was ich nur durch Leichttraben und Galopp im leichten Sitz am Schluss etwas beheben konnte), war sie an dem Dienstag wieder viel besser. Die Trabtour ist inzwischen schon recht ansehnlich, aber der Galopp entweder hektisch-kurz gesprungen oder schnell und eilig.
Andrea erzählte, dass sie ihre alte Stute auf Turnier oft rundenlang abgaloppiert habe, bis sie sich endlich konzentrierte.Das habe ich zum Anlass genommen, dies am Donnerstag drauf, als ich mit Schlaufen als Lebensversicherung auf dem Platz war, einmal auszuprobieren. Und so drehten wir Runde um Runde in flottem Galopp unterbrochen von einigen Bocksprüngen auf beiden Händen. Und tatsächlich - danach war Quintinah ruhiger, ließ sich auch im Galopp mal zurück nehmen und konzentrierte sich besser.
Tags drauf bin ich in den Busch gegangen und musste sie den Steinchenweg hoch schon fast treiben.
Den Samstag hatte sie frei und Sonntag bin ich am Nachmittag noch kurz in die Halle gegangen.
Und das war nun endlich mal wieder so ein Tag, an dem man sich vorstellen kann, wie schön es einmal sein wird, sie zu reiten: entspannt, ruhig, jede Parade annehmend, vor- zurück wie man es wollte, in Aufrichtung, im Galopp gesetzt, schön durchgesprungen, gelassen, keine Hektik. Wunderbar. Entsprechend konnte ich sie für jede Übung ausgiebig loben. Sogar aus der Ecke kehrt, einfache Wechsel und Traversalen klappten prima.
SO MACHT DAS SPASS!!
Nach dieser guten Erfahrung habe ich es gewagt, heute mit ihr ohne Schlaufen auf den Platz zu gehen. Beim Abgaloppieren hat sie links herum ein paarmal süß unter mir Freudensprünge gemacht, aber ansonsten musste ich sie eher treiben - hatte allerdings auch die Spörchen vergessen. In aller Ruhe gelang es mir, auch auf dem Platz schöne Übergänge, versammelten Galopp, ja sogar Schulterherein und Traversalen im Trab und Galopp zu reiten.
Ich hoffe, sie ist nicht nur einfach krank oder sonstwie nicht ganz in Ordnung (sie schwitzt sehr stark von dieser Arbeit), sondern dass nun endlich der letzte Durchbruch geschafft ist. Vielleicht liegt es auch am Mönchspfeffer, den ich jetzt zwei Wochen am Stück jeden Tag gefüttert habe - und den sie so sehr hasst, dass sie ihr Futter nur mit spitzen Lippen nimmt.
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