Mittwoch, 15. April 2015

Turnier Wermelskirchen 12.04.2015

Wie könnte man den Blogpost besser beginnen als mit dem Foto vom Erfolg?
3. Platz in der Trensen-L in Wermelskirchen-Berg - wunderbar!
Und das als erster Starter in dieser Prüfung!

Aber nun der Reihe nach.
Die Vorbereitungen beginnen ja immer schon am Tag vor dem Turnier - zumindest wenn man, wie diesmal, am nächsten Morgen schon um 7 Uhr losfahren muss. Das heißt, Pferd noch mal bewegen (in dem Fall longiert), Sattelzeug putzen und bestücken (Satteldecke und -gurt, Kopfnummern etc.), Hänger vorbereiten und einflechten (ich hasse es - und ist diesmal nicht sehr gut gelungen, weil ich etwas neues ausprobiert habe).

Morgens früh um 5.20 Uhr aufstehen, ein bißchen frühstücken (auch wenn man eigentlich nichts essen kann), noch mal aufs Klo, Sachen zusammenpacken (Jacket nicht vergessen, Sporen, Stiefel, Pferdepass, etc.), im Stall alles in Hänger und Kofferraum packen, Pferd bei 3°C verladen - klappt wunderbar zu zweit) und los.

Leider zehrt das Hängerfahren noch sehr an Quintinahs Nerven. Sie zittert auf dem Hänger die ganze Zeit, und ist trotz der Kälte geschwitzt, als wir sie ausladen. Natürlich ist sie sehr aufgeregt und kann kaum Stillstehen beim erneuten Putzen, Satteln und Trensen. Zum Glück sind um 8.00 Uhr viele Pferde auf dem Abreiteplatz und alle sind ruhig. Ich muss aber bald antraben, Schritt gehen ist zu nervenaufreibend. Erst mal in Bewegung ist sie sehr brav, hört mir gut zu und findet bald ihren Rhythmus.
Wir sind erstes Pferd in der 5. Abteilung der A-Dressur, aber ich muss nicht nach vorne. Hätten wir vielleicht besser gemacht, aber egal. Ich bin 3. Pferd und hänge hinter einem Haflinger, der uns ein wenig aufhält. Beim Tritte verlängern galoppiert Quintinah an - das war es im Grundsatz. Sie guckt aber nicht einmal zu der Abgrenzung an der Richterseite, auch  nicht zu dem Tisch - was mich sehr freut, denn nachher muss ich hier ja alleine rein. Lediglich die große Eingangstür findet sie furchteinflößend. Insgesamt gehen mindestens zwei weitere Anmerkungen aus dem Protokoll auf meine Kappe (wegen 20 Jahren ohne Abteilungs-Reiterfahrung). 6,0 reicht natürlich nicht zu einer Platzierung.

In der Trensen-L um 9.30 Uhr sind wir erster Starter - immer ein wenig undankbar. In der Vorbereitung draußen übe ich Versammlung, Rückwärtsrichten, aus der Ecke kehrt und Außengalopp sowie einfache Galoppwechsel, also die Sachen, die ihr noch etwas schwer fallen.

Wir müssen in eine von Dieselabgasen geschwängerte Halle (Bodenbearbeitung). Quintinah interessiert die Abgrenzung überhaupt nicht, ist sehr gelassen. Ich kann in Ruhe die Prüfung beginnen. Die Fotos sind aus dem Video extrahiert, daher ist die Farbe etwas seltsam und die Qualität nicht die beste.


Die Trabtour mit Einreiten-Halten gelingt sehr gut, die halben Volten links/rechts sind geschmeidig und flüssig (ich scheine auf einem "Dampfross" zu sitzen, so wie der Atem zu sehen ist).
Den Übergang zum versammelten Trab habe ich mit einem leichten Zurückführen angedeutet, um dann eigentlich im gleichen Tempo weiterzureiten ;-) Der Mitteltrab gelingt sehr gut, ohne Taktfehler und ohne Angaloppieren.
Das Halten zum Rückwärtsrichten ist etwas stockend, das Rückwärtsrichten für unsere Ansprüche super (die Richter finden es "mit Widerstand", aber das war nichts gegen das, wie es sonst - nicht - funktioniert). Schritt ist gut, nicht gezackelt,
Das Kurzkehrt gerät ein wenig eilig aber sonst gut. Das Angaloppieren bei K gelingt super bergauf.
Aus der Ecke kehrt schaffen wir schön klein, vielleicht ein wenig travers zurück. Der einfache Galoppwechsel ist sehr gut, das zweite aus der Ecke kehrt auch schön klein. Der nächste einfache Wechsel ist etwas verwischt, das Zulegen zum Mittelgalopp ganz gut - bis zur Tür, da nach innen gesprungen und in der Ecke schwer einzufangen. Mitteltrab zum Schluß noch mal gut, Aufmarschieren gut, ggf. leicht schief. Insgesamt noch etwas eilig im Ablauf.

Das Video findet sich hier: http://youtu.be/G968DLWPdXY

Eine 6,9 zum Anfang der Prüfung ist nicht schlecht, kann aber auch gar nichts heißen. Noch 27 Starter lang um die Platzierung zittern... Nachdem Quintinah das lange Warten teils mit Grasen unter dem Reiter, einem Spazierritt in die nähere Umgebung und Heufressen verbracht hatte
und zwei Reiter mit 7,4 und 8,0 an uns vorbei gezogen waren, reichte es tatsächlich zusammen mit einem weiteren Starter zum dritten Platz! Super!

Quintinah war sie in der Siegerehrung echt cool, ließ sich brav das Schleifchen anstecken und war dann nur in der Ehrenrunde etwas flott unterwegs.
Sie sieht doch irgendwie stolz aus, dass sie dabei ist.

Nachdem Geld und Protokolle abgeholt waren, ließ Quintinah sich fast schon ohne Longe verladen. Natürlich kam sie wieder nass geschwitzt und zitternd zu Hause an und war froh, wieder in vertrauter Umgebung zu sein. Ich brachte sie nach dem Ausflechten der Zöpfe direkt noch auf den Auslauf, was sie sofort dazu nutzte um sich grunzend im Sand zu wälzen.

Insgesamt war es, auch aufgrund des schönen Wetters, ein gelungener Tag.




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