Nachdem ich am Mittwoch noch eine Reitstunde bei Andrea genommen hatte und Quintinah sich dort recht gut präsentierte, fuhr ich eigentlich positiver Dinge zum Turnier in Remscheid am Buscher Hof. Ich hatte mir an dem Tag nach dem Abbau meiner Küche noch einen Tag frei genommen, damit ich ohne Stress in aller Ruhe mittags das Pferd von der Wiese holen und einflechten konnte.
Mit dem schlechten Wetter hatte ich allerdings nicht gerechnet - nach Wochen der Trockenheit. So war Quintinah ziemlich nass, was aber immerhin das Einflechten sehr erleichterte, denn die Mähne war so schön griffig.
Das Verladen klappt jetzt schon ohne Longe einfach so, aber ich merkte beim Fahren schon wieder, dass Quintinah zitterte. Entsprechend aufgedreht sprang sie auf dem Hängerparkplatz fast vom Hänger. Zum Glück hatte ich schon drinnen aufgetrenst - trotzdem war sie kaum handhabbar beim Satteln. Der arme Thomas.
Ich war zeitig da, so dass ich ganz in Ruhe in der Abreithalle erst einmal lange Schritt reiten und dann auch zwischen den Arbeitsphasen immer wieder Schrittphasen einbauen konnte. Quintinah war beim Abreiten leider sehr fest im Maul, ich bekam sie kaum locker. Beim Angaloppieren grunzte sie und schlug mit dem Kopf, das wurde erst nach und nach besser. Erst kurz vor meinem Start hatte ich sie endlich so locker, dass ich eigentlich ein ganz gutes Gefühl hatte.
Ich ritt im Schritt in die Prüfungshalle, einmal außen herum, sie fand das nicht wirklich aufregend. Dann ging es auch schon los. Die Trabtour war eigentlich bis zum Mitteltrab noch ganz gut, der endete allerdings bei H in der Ecke, in der einiges Plastik herumlag, da bekam ich sie nicht hin und musste deutlich abkürzen. Dann Halten bei X - und sie hebt den Kopf heraus und schaut zum Eingang. Gefühlte lange Sekunden bekam ich sie nicht wieder unter Kontrolle. Das Rückwärtsrichten war dann sehr aufgeregt-eilig. Vor dem Kurzkehrt schaute sie wieder zum Eingang und nach dem Angaloppieren war sie voll unter Spannung. Natürlich kam ich nicht in die Ecke bei H, dann auch nicht mehr zur kurzen Seite bei A. Sie sprang um, damit war es endgültig gelaufen. Nach dem nächsten aus der Ecke kehrt entdeckte sie die offene Hallenseite mit der Zuschauertribüne und ging mir fast durch. Nur mit einer harten Parade bekam ich sie wieder unter Kontrolle. Natürlich ritt ich jetzt schon absichtlich keinen Mittelgalopp mehr und bedeutete den Richtern bei C, dass ich jetzt nur noch zu Ende reiten würde.
Schon beim Verlassen der Halle war mir klar, dass es das jetzt mal erst gewesen sein würde. Zu solchen Auftritten habe ich echt keine Lust mehr. Das kann ich mir schenken. Ohne noch einmal in die warme Abreitehalle zu gehen, ritt ich hoch zum Hänger, wir verluden sie ruckzuck und dann direkt nach Hause. Nach einem Frustsekt im Stall ereilte mich dann auf der Heimfahrt das heulende Elend, zumal auch noch Andrea anrief und hören wollte wie es war...
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