Der Gedanke, dass es damit nun mit meiner Turnierkarriere so unrühmlich zu Ende gehen sollte, ließ mich am Wochenende in tiefe Depression verfallen. Der Weg zum Stall war mir ein Angang - ich hatte überhaupt keine Lust. Der arme Gjacomo musste meinen Frust beim Ausritt ein wenig ausbaden. Zu meinem Sonntagmorgen-Ritt mit Esquibo musste ich mich schon zwingen. Es gelang mir, bis auf zwei, drei Situationen ruhig zu bleiben und so hatten wir dann noch einen ganz schönen Ritt.
Am Sonntagnachmittag wußte ich bis drei Minuten vorher noch nicht, ob ich Quintinah reiten würde oder nicht. Nach dem Reinholen ging ich erst noch ein paar Fotos machen und dann entschloß ich mich spontan, sie doch zu reiten - auf Kandare. So würde ich die Hauptproblematik des Festbeißens und Rennens ein wenig im Griff behalten können, überlegte ich. Und so zahlte es sich dann auch aus. Tatsächlich hatte ich mich voll unter Kontrolle, ritt ganz sachlich und ruhig. Wenn sie zu schnell wurde, parierte ich einfach durch, ging immer so lange Schritt, bis sie sich entspannte, oder hielt an, bis sie deutlich hörbar ausatmete. Daran sieht man schon, wie sehr sie sich innerlich festhält. Das Ausatmen tut uns beiden gut, danach ist sie jedesmal ruhiger.
Neben dem Magnesium, das ich am Samstag gleich gekauft habe, werde ich noch etwas anderes versuchen und mal sehen, wie sie sich im Training dann so anläßt. Bevor ich nicht ein deutlich besseres Gefühl habe, werde ich jedenfalls nirgendwo mehr hinfahren, auch wenn die Meinung der Fachleute - und auch meine eigentlich - ist, dass man fahren, fahren, und nochmals fahren muss, wenn man das abstellen will.
Und dann kam die Hitze - und da ich immer Kopfschmerzen bekomme, wenn ich in glühender Sonne reiten muss, hatten die Pferde ungefähr eine Woche lang Pause und kamen nachts auf die Wiese. Im Stall überschlugen sich dann die Ereignisse - dazu mehr im nächsten Post.
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