Samstag, 20. Februar 2016

Weniger ist mehr?

Manchmal übertreibt man es mit dem Training.
Man beißt sich an irgendwelchen Lektionen fest oder besteht darauf, dass das Pferd jetzt genau das machen soll, was man will. Vielleicht wird man immer ungeduldiger und möchte sein Programm abspulen, das man im Kopf hat - aber genau das will nicht klappen.
Vielleicht liegt es daran, dass man die zweiten und dritten Schritte vor dem ersten machen will. Dass man die Lösungsphase überspringt oder verkürzt und das Pferd nicht wirklich locker genug ist, um die dann höheren Anforderungen zu erfüllen.
Und an denen man dann frustriert vom Pferd steigt, weil nichts so klappen will, wie man es sich vorgestellt hat.
So einen Tag hatte ich letzten Dienstag. Quintinah ist nun mal kein Pferd, das immer und überall "funktioniert". Sie wehrt sich, wird nervös und unleidlich, wenn man sie überfordert oder zu schnell vorgeht.


Dann stellt man an Tagen, an denen man das Pferd "nur mal eben" ein bißchen locker reiten wollte (15-20 Min. maximal inkl. 10 Min.Schritt mit Biege- und Abkauübungen am Anfang), so wie heute, fest, dass auf einmal ein ganz anderer Gang ins Pferd kommt. Unverkrampft, locker, schwungvoll.
Warum nicht immer so?
Einfach ohne große Ambitionen in die tägliche Arbeit gehen, mal erst die Grundlagen schaffen, Takt, Schwung und Losgelassenheit beim Geraderichten mit Anlehnung in Ordnung bringen und dann erst an Versammlung denken!
So kann ein Tag, an dem man das Pferd nur ganz locker reiten wollte, befriedigender und erfreulicher sein als einer, an dem man alle möglichen Lektionen ausprobiert hat!


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