Ich habe während meiner aktiven Turnierlaufbahn mit Gjacomo ja stark an dem Buch "Winning Feeling" gehangen. Positives Denken führt zu Erfolg, indem man sich das Ziel als schon vorhanden vorstellt, oder indem man so agiert, als ob man eine bestimmte Eigenschaft besäße - und sie dadurch tatsächlich besitzt.
Das ist ganz verkürzt der Inhalt dieses wunderbaren Buches, dass nicht nur ein wertvoller Ratgeber beim Reiten sondern im ganzen Leben ist.
Was nun, wenn man sich damit nicht nur selbst positiv programmiert, sondern wenn Tiere uns tatsächlich verstehen, so wie es die Tierkommunikatoren sagen, über die ich gerade lese? Wenn die Tiere unsere Gedanken "hören"? Amelia Kinkade sagt, dass Tiere das Wort "nicht" nicht verstehen und man stattdessen das denken/sagen soll, was man tatsächlich möchte. Bei Jane Savoie in Winning Feeling ist es das eigene Unterbewußtsein, dass das Wort "nicht" nicht versteht.
Also, wenn ich z.B. denke "Spring an dieser Stelle nicht zur Seite" bzw. wenn ich daran denke, dass mein Pferd an dieser Stelle gleicht wohl wieder zur Seite springen wird, dann wird das Tier verstehen, dass es da zur Seite springen soll - und mein Unterbewußtsein wird denken, dass ich das will und alles dafür tun, dass es auch geschieht - die sich selbst erfüllende Prophezeihung. Wenn ich mir aber stattdessen vorstelle, wie mein Pferd mit Vertrauen ganz selbstverständlich an der schwierigen Stelle vorbei geht, wird es das auch tun.
Und genau so bin ich mit Quintinah an die helle Ecke mit der Tür in der Reithalle heran gegangen. Es hat ein paar Runden gedauert, in denen wir immer näher an die Tür heran kamen und ich konnte sie auch problemlos tief in die andere Ecke reiten, wo sie auch schon mal gerne wegspringt. Man bekämpft so die eigene Angst, dass das Pferd wegspringen könnte, und zeigt dem Pferd genau - wenn das mit der Telepathie tatsächlich funktioniert - was es für uns tun soll.
Dann dachte ich, es wäre auch hilfreich, mir beim Üben der fliegenden Wechsel kurz vorher vorzustellen, wie sie den Wechsel brav springt - im Ergebnis gelangen je ein Wechsel nach links und nach rechts auf der halben Volte in recht ruhiger Manier und fast auf die Hilfe.
Und heute habe ich mir vorgestellt, wie ich mir selbst Unterricht gebe, ein guter und sicherer Ausbilder bin. Wie ich energisch mit guter Körperspannung und starkem Willen reite, den Zügel relativ kurz, von hinten intensiv nachgetrieben und absoluten Schenkelgehorsam verlangend. Und siehe da - nach einem frustrierenden Tag gestern gelang heute alles ganz prima, sogar unsere Schrecklektion Rückwärtsrichten.
Da ist einem dann auch der Wintereinbruch egal...
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