Ein Hauptkritikpunkt im Protokoll vom Turnier in der Gelpe war gewesen, dass die Übergänge gegen die Hand waren, sowohl beim Wechsel in die höhere Gangart wie auch beim durchparieren. Das war natürlich einerseits der großen Aufregung geschuldet, andererseits hat sich das Kopf hoch nehmen in den Übergängen in der letzten Zeit etwas eingeschlichen.
Natürlich wäre es jetzt besser, wenn man das ohne die Nutzung von Hilfszügeln eindämmen und verbessern könnte, aber wenn man schon Erfahrung mit Schlaufzügeln hat, und diese nicht dazu benutzt, dem Pferd die Nase auf die Brust zu ziehen, sondern sie tatsächlich nur zur Unterstützung einsetzt, kann man die sicher mal ein paar Tage anwenden.
Ein nicht unwillkommener Nebeneffekt ist, dass mein kleiner Feuerteufel dann auch besser zu kontrollieren ist und ein wegspringen fast schon im Keim erstickt werden kann.
Quintinah ärgert sich immer, wenn ich die Schlaufzügel zu Hilfe nehme, findet sich dann aber doch gut damit ab, zumal diese dann immer länger gelassen werden und nur noch im Bedarfsfall eingesetzt werden, was ja auch der Vorteil der Schlaufzügel im Gegensatz zu einem fest installierten Dreieckszügel oder Ausbinder ist.
Einen besonders schönen Ritt hatte ich am 16.9.2013. Ich war zunächst mit Gjacomo auf dem Platz gewesen. Im Moment ist er körperlich gut drauf, sein Hufgeschwür scheint endlich abgeheilt zu sein (ich will es nicht zu laut beschwören ;-) und die Rückenblockade war eine Woche zuvor beseitigt worden. Er ging schön locker seine M- und S-Lektionen - es war eine Freude, wieder einmal dieses tolle Pferd zu reiten, das mit kleinsten Hilfen wie ein Uhrwerk mit mir zusammen funktioniert.
Dieses tolle Gefühl nahm ich mit auf meine kleine Zaubermaus. Ich ritt sie, wie ich Gjacomo geritten hatte - und sie war fast genauso schön zu reiten an diesem Tag wie er!
Und weil das so toll gewesen war, habe ich es eine Woche später gleich noch mal wiederholt, allerdings an einem Dienstag. Da ich Quintinah am Vortag auch schon geritten hatte, konnte ich noch mal einen Ritt auf Kandare probieren. Ich nutzte das schöne Abendlicht für ein paar Fotos von ihr (sie sieht meiner verstorbenen Melissa immer ähnlicher!):
Und im Gegensatz zu den letzten Malen, wo sie doch etwas nörgelig auf Kandare ging, akzeptierte sie es diesmal problemlos und war ganz wunderschön damit zu reiten. Insbesondere der Außengalopp klappte gut und auch die einfachen Galoppwechsel. Es ist schon von Vorteil, wenn man in der Ausbildung die Übergänge zum Schritt bereits ohne viel Handeinwirkung geritten hat, fast nur mit Kreuz und Bein, so dass man jetzt das Pferd auch nicht mit dem scharfen Gebiß im Maul traktieren muss. So bleibt das alles schön harmonisch und ohne Gegenwehr.
Ich beginne langsam, mich auf die Winterarbeit in Richtung L-Dressur zu freuen!

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