Donnerstag, 6. August 2015
Die erste Woche in neuen Gefilden (Mo-Do)
Montag
Wie schon gesagt, standen die Pferde am Montag wieder auf dem graslosen Stück Wiese. Man hatte sie nach der Mittagsfütterung heraus gebracht, also waren sie höchstens 4 Stunden draußen.
Zwei nette Helfer brachten mit mir die Pferde in die Boxen, wo schon das Futter bereit stand.
Der Boxengang ist zur Stallgasse hin und zwischen den Boxen voll vergittert:
Gjacomo steht erst einmal neben Don Classic, den er noch aus Turnierzeiten kennen sollte (das Pferd von Steffi Nebendorf, Sylvias Schwester). Die können sich was erzählen:
Quintinah kann aus ihrer Box die Jungs nicht sehen, weil da eine Mauer zwischen ist. Das stört sie und mich doch ziemlich. Sie können sich nur hören und riechen, daher auch das viele Geschrei:
Esquibo sieht auch nicht gerade sonderlich glücklich aus. Für ihn ist die Box grundsätzlich viel zu klein, vor allem, weil der den Kopf nirgends rausstrecken kann:
Da Quintinah nicht wirklich Interesse am Futter hatte, holte ich sie heraus und band sie bei Esquibo an der Box an. So stand sie dort schön ruhig, so dass ich sogar weggehen und mein Sattelzeug holen konnte. Es war heiß am Montag und ich wollte in die recht kühle Halle gehen, wäre aber dort wohl ganz alleine gewesen. Zwei Mädels machten ihre Pferde für einen Ausritt fertig und da sie einen Ritt von ca. 1 Std. planten, packte ich die Gelegenheit beim Schopf, haute die Hufschuhe drauf und ritt mit den Beiden mit. Immerhin muss ich ja nun mal erst die Gegend kennenlernen und so kenne ich jetzt wenigstens schon mal eine Runde.
Es ging am Knast vorbei, einen gepflasterten Weg leicht bergab, schließlich in einen schmalen Waldweg hinein, einen "Wurzelweg" bergauf, wo die Pferde schon etwas klettern müssen und dann schließt sich eine schöne Galoppstrecke leicht bergauf an. Quintinah hatte Spaß, die beiden anderen waren munter aber nicht wild, so klappte das wunderbar. Am Ende des Rundwegs kommt dann noch mal eine Galoppstrecke und dann wieder am Knast entlang zurück zum Hof. Quintinah war kletschnaß und mit großer Mühe konnte ich sie am Abspritzplatz etwas abduschen.
Dienstag
Am Dienstag kamen dann Dana und Steffi wieder. Die Pferde waren wieder auf dem graslosen Stück Wiese. Erst mussten wir Gjacomo und Quintinah vom Schlamm befreien. Die wälzen sich ja besonders gern, wenn es regnet - und das hatte es den ganzen Tag lang. Gjacomo führte sich beim Abspritzen auf wie ein Hengst, bei Quintinah ging es schon halbwegs mit der Dusche.
Dann konnten wir zu Dritt in der Halle reiten. Ich muss sagen, Quintinah läßt sich dort in Erbschloe bisher prima reiten. Allerdings war ich jetzt auch immer nur mit der Familie zusammen in der Halle. Beim Hufeauskratzen sind wir diesmal schon getrennt gegangen - sie müssen es ja lernen.
Mittwoch
Da mir die Gesamtsituation immer noch schwer zu schaffen machte (Schlafstörungen, Heulanfälle, etc.) suchte ich am Mittwoch abend das Gespräch mit Herrn Nebendorf. Es war ein gutes Gespräch und nun blickte ich schon wieder etwas hoffnungsvoller in die Zukunft.
Die Pferde waren wieder auf dem graslosen Wiesenstück, man half mir sie hereinzubringen. Dann machte ich Esquibo zum Reiten fertig und machte vorsichtshalber die Schlaufen drauf, denn ich wollte mit ihm auf den Platz (da in der Halle Cavaletti-Sperrstunde war). Ich konnte auf dem Platz nur mit großer Mühe irgendwo aufsteigen, Esquibo konnte kaum stillstehen und wieherte die ganze Zeit. Die beiden im Stall wieherten die ganze Zeit zurück. Erst, als ich Esquibo mit vielen schnell aufeinander folgenden Lektionen ablenkte, gab sich das etwas.
Weil der alte Gjacomo drinnen am meisten schrie, habe ich den dann auch gleich noch draußen geritten, auch mit Schlaufen und mit Esquibos Sattel (war ja einmal grad alles da). Mit ihm war es noch schlimmer, weil er selbst die ganze Zeit schrie, selbst in den schwierigsten Lektionen. Ist ja klar, das alles ist für ihn ja nur "Kinderkram". Als ich wieder in den Stall zurück kam stand Quintinah nur noch müde in der Box vom ganzen Schreien. Ich hoffe, das bessert sich in der nächsten Zeit.
Donnerstag
Wie versprochen, kamen die drei heute zum ersten Mal auf die größere Weide hinter der anderen, auf der wenigstens im hinteren Bereich noch etwas zum Knabbern steht (wie ich mich später zu Fuß überzeugen konnte). Ich war noch bei Frau Bolle und kam etwas später. Ich hatte Herrn Nebendorf per SMS gesagt, dass ich die selbst reinhole. Ich wollte nämlich noch Fotos machen. Die standen aber tatsächlich (bei ca. 34°C) schon am Ausgang.
Als ich zu Fuß über die Wiese ging, kamen die drei nochmal ein Stück mit.
Ich nahm tatsächlich alle drei alleine, konnte auch das Tor mit ihnen handhaben, sie umdrehen und es wieder zu machen und hatte Glück, dass in der Stallgasse niemand war. So konnte ich alle nacheinander in die Boxen schieben. Gjaco ging schon von alleine rein.
Dann machte ich Quintinah fertig und ging mit ihr in die Halle. Ein kurzes Abschiedswiehern von Esqubo, das war es dann auch. Nachdem ich fertig war, ließ sich Quintinah schon sehr ruhig die Hufe auskratzen, den Dreck wegfegen, absatteln und dann auch ganz ruhig stehend abspritzen. Dann haben sie sich noch kurz begrüßt, als wir wiederkamen und Ende.
Ich hoffe, das ist jetzt so, wie es von nun an immer sein wird.
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