Freitag, 13. Mai 2016

Tiefpunkt

Am Freitag ging ich mit Gjaco und Quintinah an der Hand in den Busch, hatte am Samstag das Seminar, das mir in Bezug auf Quintinah keine Zusatzerkenntnisse brachte, Sonntag wieder im Busch. 
Am Montag hatte ich soooo eine Wut im Bauch, dass ich Quintinah auf dem Platz mit Rädchensporen und Gerte traktiert habe - dadurch wurde ihr Vertrauen zu mir auch nicht gerade besser. Immer noch mit Wut im Bauch habe ich sie zwei Tage longiert und ging mit Esquibo in die Cavalettistunde.
Weil ich schon gar keine Lust mehr zum Reiten hatte (nicht nur sie sondern generell), war ich schon so weit zu überlegen, wie ich sie irgendwie loswerden könnte.
Dass das nächste Turnier von Pfingstmontag auf Samstag vorverlegt wurde, und ich das Geld für die Nennung zurück bekommen würde, war mir schon Ausrede genug, das Turnier sausen zu lassen.
Nachdem das nächste Reiten am Donnerstag in der Halle wieder unter aller Sau war, "kristallisierte" sich die Erkenntis in meinem Kopf, dass es das Gebiß ist, weswegen sie so ekelig ist. Metallgebiß mochte sie ja noch  nie. Und ich hatte ja zu Hause schon das neue Nathe-Gebiß liegen.
Also habe ich das eingeschnallt und am Freitag dann ausprobiert. Da ich bei Frau Bolle beim Futterkaufen "zufällig" noch einen Genickschoner aus Kunst-Lammfell entdeckte (denn die Trense sitzt sehr knapp hinter ihren Ohren) habe ich den auch noch mitgenommen. Den Nasenriemen ließ ich beim Verschnallen wieder lockerer, damit sie kauen konnte.
Dann überlegte ich noch, die Stiefeletten mit den neuen Chaps ohne Sporen zu nehmen und auch ohne Gerte zu reiten, um zu verhindern, dass ich diese wieder übermäßig benutzen würde.
Wegen der Springstunde musste das ja wieder auf dem Platz sein.
Ich ging ganz ruhig an die Sache heran, musste einmal etwas deutlicher werden, dann klappte es aber mit dem Gebiß ganz gut. Ich hatte das Gefühl, dass sie sich ganz wohl fühlte.
Als der Galopp dann irgendwann schön ruhig, gleichmäßig, versammelt wurde, habe ich einfach mal einen fliegenden Wechsel nach rechts (der schlechteren Seite) versucht. Die erste Hilfe hat sie überrascht, beim Nachdrücken ist sie aber umgesprungen. Ich setzte den nach links auf einer Schlangenlinie an und auch der klappte, ohne dass sie lospreschte, wie sonst schon mal, wenn sie weiß worum es geht.
Darüber habe ich mich so gefreut, dass ich die Arbeit eingestellt habe und mit diesem positiven Gefühl aufgehört habe, damit ich aus meinem tiefen Loch mal wieder heraus komme.
Mal sehen, wie sich die kommende Woche mit dem neuen Gebiß anläßt, bevor nächsten Freitag die Sattlerin alles begutachten wird.

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